Es ist dunkel, das einzige Licht spendet die kleine Kerze,
 aus Bienenwachs, neben mir. Ich habe die Rollläden
zugezogen, in der Hoffnung mit dem Tageslicht würde
auch der Schmerz verschwinden, doch die klaffende Wunde
in meinem Bauch hört nicht auf zu brennen. Die Flamme der 
Kerze tanzt, federleicht und selbst als ich meine Hand darüber
halte spüre ich nur diese beruhigende Wärme, sie leckt an meiner Haut. 
Meine Gedanken schweifen ab, schweifen zu dir. Dein Gesicht
erscheint vor meinem inneren Auge, du lächelst dieses
Lächeln das ich so liebe. In einem unachtsamen Moment
muss mein Ärmel Feuer gefangen haben, es kämpft sich meinen 
Arm hinauf, komischerweise tut es nicht weh, es kitzelt eher und 
der Schmerz in meinem Inneren verschwindet. Mein Körper kribbelt
lediglich, die Flammen erreicht meine Schulter, gleiten meinen Rücken hinab
und an meinen Beinen hinunter, meine Klamotten sind verbrannt.
Nackt und schutzlos stehe ich nun da.




Der Boden fängt Feuer, binnen weniger Sekunden steht mein ganzes 
Zimmer in Flammen. Unsere Bilder an der Wand, sie lösen sich auf,
 all die Erinnerungen schmelzen dahin. Deine Schönheit verschwindet,
wir gehen in Flammen auf, genau wie unsere Liebe und ich
stehe mitten drin. Alles um mich herum zerfällt zu Staub,
Asche zu Asche. Die Flammen tun mir nicht weh, 
im Gegenteil es fühlt sich an als ob ich zu ihnen gehöre.
Als ob sie mich aufnehmen, als hätte ich mich mit ihnen
verbrüdert, für immer. Nein, "für immer" ist eine Lüge.
Wir erlischen, die Flammen und ich ersticken, gleich 
sind wir erloschen. Still und leise und was bleibt ist das
CHAOS.


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