06.01.2012 like it has been yesterday.

Ich erinnere mich als wäre es erst gestern gewesen. Mein Bauch tat weh, als ich um die Ecke bog und mein Herz überschlug sich fast bei dem Gedanken daran, gleich vor dir zu stehen. Mit weichen Knien stieg ich aus und rief noch ein leises "Tschüß" bevor ich die Autotür hinter mir zuschlug. Ich hatte mich zuvor noch nie mit jemandem getroffen dem ich vorher nicht mindestens einmal irgendwo begegnet war, das was wir hatten fand bis zu diesem Augenblick nur "virtuell" statt. Ich atmete tief ein und trat vor deine Haustür, mein Blick glitt über die Klingelschilder und blieb an deinem Namen hängen. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Ich legte meinen Finger auf das Klingelschild und zählte leise bis zehn bevor ich vorsichtig drauf drückte. Ich hielt die Luft an, die Zeit bis das summende Geräusch ertönte und die Tür sich öffnete kam mir vor wie eine Ewigkeit. Dann standest du da, grinsend. Die Umarmung die daraufhin folgte lies meine Knie noch weicher werden. Wackelig zog ich meine Jacke aus und legte sie ab. Du saßt neben mir, keine 30cm entfernt. Ich konnte dein Parfum riechen, deine Nähe machte mich unsicher. Wir lachten zusammen, abunzu schauten wir uns direkt in die Augen. In diesen Momenten wurde mein Herz ganz schwer, ich konnte mir nicht erklären wieso. Dein Lächeln war so schön, fast als ob du meine Anwesenheit genießen würdest. Mir war kalt, gleichzeitig warm, ich hätte weinen können vor Glück und gleichzeitig war ich unendlich traurig. Immer wieder schielte ich auf meine Uhr und mit jeder Minute die verging, sank meine Stimmung. Die fünf Stunden vergingen wie im Flug. Ich wollte nicht gehen, am liebsten wäre ich noch weitere Stunden bei dir geblieben, hätte am liebsten noch weiter mit dir geredet und gelacht. Auf dem Weg zum Bus fehlten mir die Worte, ich wusste nicht was ich sagen sollte. Hatte Angst, dass du mich nach diesem ersten Treffen weniger mögen würdest als vorher. Dann deine Worte "Den Weg merkst du dir schnell", das hieß ich kann oder viel mehr ich soll wieder kommen, oder? Wir standen da, du warst am telefonieren und ich versuchte dich sooft wie möglich anzusehen, unauffällig natürlich. Manchmal hast auch du zu mir rüber gesehen und mich angelächelt. "Da kommt dein Bus" sagtest du und ich frage mich bis jetzt ob ich mir die Traurigkeit in deiner Stimme nur eingebildet hatte, Wunschdenken vielleicht? Ich umarmte dich so lange und so feste ich konnte, dann stieg ich in den Bus ein. Ich bezahlte und setzte mich auf einen Platz am Fenster, als der Bus losfuhr sah ich dich ein letzes Mal und mit jedem Meter den ich hinter mir lies, mit jedem Meter den ich mich von dir entfernte wurde mir komischer zumute.


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