Harmoniebedürftigkeit

Ob ich traurig bin hat er mich gefragt und für einen kurzen Moment hatte ich sogar darüber nachgedacht ihn an zu lügen, dann nickte ich. Tränen liefen mir die Wangen runter, meine Unterlippe bebte förmlich. Was denn los wäre bat er mich zu erzählen und ich begann mir alles von der Seele zu reden. "Du kannst deinen Vater nicht verleugnen" sagte er, mit diesem Grinsen das ich an ihm so liebte. "Einerseits liebe ich dich ja dafür, dass du so emotional bist aber andererseits tust du dir damit selbst nichts gutes" dann schwiegen wir uns an. Er fing an mir von seiner Jugend zu erzählen, dass er es auch nie leiden konnte wenn jemand auch nur den Anschein machte sauer auf ihn zu sein. "Harmoniebedürftig" nennt er uns, Vater und Tochter aus dem selbem Garn gestrickt. Viel zu sensibel, viel zu labil. Zu gutmütig, nicht Nein sagen zu können ist eine schreckliche Krankheit. Dass ich mich nicht aufgeben soll hat er gesagt und mich dabei so durchdringlich angesehen, so vollkommen ehrlich und aufrichtig, dass es mir schon fast wieder angst machte. 


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