Ich wache auf, Schweiß gebadet, du liegst neben mir, schläfst wie ein Engel


Spannung liegt in der Luft, so ein unwohles Gefühl. Schweigen, Blicke aus Eis. Man sieht förmlich den Qualm über unseren Köpfen, wir reden nicht, starren einnader nur an. Keiner von uns verzieht auch nur eine Miene, als wären wir erstarrt. Seit dem lauten Knall hat keiner mehr was von sich gegeben, nicht mal einen Atemzug wie es scheint. Du schiebst einen gefalten Zettel zu mir herüber, ohne den Blick von dir zu lösen öffne ich ihn. Ein kurzer Perspektiven Wechsel: ich sehe mein Gesicht, sehe mich mit deinen Augen, es ist ängstlich als ich auf den Zettel starre, wieder Sichtwechsel, der Zettel ist leer. So leer, dass es schon fast unerträglich ist. Von irgendwo her kommt ein Luftzug der mich erschaudern lässt, jedoch mache ich nicht den Anschein einer Bewegung. Sehe dich weiterhin an, beobachte wie deine Augen immer leerer werden. Ich schreie dich gedanklich an du sollst doch bitte was sagen, doch du reagierst nicht. Hast verlernt meine Gedanken zu lesen, hast vergessen wie man meine Mimik deutet. Da, deine Mundwinkel zucken, ich erschrecke. Du lachst, du lachst mich wirklich aus. Laut, schallend, dass es mir in den Ohren wehtut. Ich lasse den Zettel fallen, mit einer fließend Bewegung gleitet er zu Boden, bleibt dort regungslos liegen. Du lachst immer noch, dieses teuflisch, unangenehme Lachen. Ich halte mir die Ohren zu, versuche es auszublenden, ohne Erfolg. Meine Beine beginnen zu zittern, ich falle auf die Knie. Dein Blick, immer noch an mich geheftet wirkt sarkastisch, provozierend glitzern deine Pupillen. Jeder Millimeter meines Körpers zieht sich zusammen, es brennt wie Feuer, ich sitze da und trotz der Schmerzen überwiegt die Stille. Keine Träne, keine Bewegung, kein Garnichts. Mir wird schwarz vor Augen, es hüllt mich ein, ich kann mich nicht dagegen wehren. Ein einziges Wort verlässt meine Lippen, es ist mehr ein flüstern, ein kleiner Hauch,
 "Nein"
und dann ertrinke ich im Wortemeer.

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