Ich möchte schreiben, schreiben weil ich unfähig bin zu sprechen.

Ich habe mich schon immer gefragt, wer das hier ließt und ob diese Leser meinen Blog regelmäßig besuchen. Ob Sie vielleicht nur durch Zufall auf meine Texte kamen, oder wenn nicht, woher sie "abandoned thoughts" kennen. Ich frage mich, wie ihnen mein Schreibstil gefällt, ob sie mitfiebern bei meinen Erzählungen und ob sie dabei irgendwas fühlen. Sind meine Follower fremde? Menschen die ich flüchtig kenne oder nahe stehende Freunde? Leute von meiner Schule, Erwachsene, vielleicht sogar Lehrer? Meine Familie? Kennen diese Menschen mich oder versuchen sie mich, durch das Lesen meiner Texte, kennen zu lernen -besser zu verstehen? Ließt dieser eine Mensch grade genau den Text, den ich soeben über ihn verfasst habe? Fühlt sich überhaupt irgend jemand angesprochen bei dem was ich schreibe? 
Ursprünglich diente dieser Blog der Problem Bewältigung. Er war wie eine Art Therapie, denn meine Krankheit ist, dass ich nicht darüber reden kann. Dass ich versuche, in mich gekehrt, meine Probleme zu lösen, ohne mit irgend jemandem zu reden und dann hatte ich endlich eine Lösung gefunden. Ich schrieb all' das auf was raus musste, ich jedoch nicht sagen konnte. Mein Ziel war es nie, so viele Follower wie möglich zu bekommen, nein. Ich wollte einfach nur drauf los kotzen, meine Gefühle und Gedanken in Worte fassen. Ich habe nie darüber nachgedacht, was passiert wenn jemand aus meinem Umfeld das hier liest, dass er dann ja über alles bescheid weiß. 
Manchmal ist es schwer, immer aufpassen zu müssen was man schreibt. Was wenn du unsterblich verliebt bist, einen Text darüber verfasst und genau dieser Jemand ihn dann liest? Dann weiß er von deinen Gefühlen, ohne, dass du die Chance hattest es ihm persönlich zu sagen. Du kannst auch über niemanden lästern, denn wie es der Zufall will, geraten diese bösen Worte, dann an den Empfänger und dann hast du die A****-Karte. Wenn Menschen sich in deinen Texten wieder erkennen und plötzlich sauer sind, weil du sie gar nicht gefragt hast, ob sie wollen, dass sie im Internet erscheinen. 

So ein Blog bedeutet nicht immer nur gutes, bei weitem nicht. Das habe ich leider am eigenen Leib erfahren müssen. Aber ich bereue keine Sekunde, die ich an meinem Keyboard saß. Keinen einzigen Text, kein Wort. Kein Gefühl, nicht den kleinsten Gedanken, den ich hier rein gesteckt habe. Dieser Blog, diese Texte, sind ein Teil von meinem Leben.
 Ein wichtiger Teil, den ich viel zu lange aufgegeben habe.

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