Wie damals.

Noch während wir uns umarmen kletterst du auf deinen Stammplatz im Fensterrahmen, zündest dir zeitgleich eine Zigarette an. Ich setze mich neben dich und schaue dich gespannt an. Dann erzähle ich dir von ihm, von all den Momenten, in denen er mich glücklich macht und du freust dich. Während ich rede, seufzt du abunzu, Nebelschwaden verlassen deinen Mund, lassen das alles viel dramatischer wirken. Du hältst meine Hand, die ganze Zeit über, lässt mich ausreden obwohl ich mich schon längst wiederhole. Dann hältst du mir einen Vortrag darüber, dass ich vorsichtig sein soll, dass du ihn finden und kreuzigen wirst, falls er mir wehtut. Ich nicke wissend und in diesem Moment ist alles perfekt. Wir sitzen da, bis morgens um 4, du rauchst eine nach der anderen und ich schaue dir dabei zu, obwohl ich schon immer dagegen war. Wir beobachten die Sterne, werfen mit klugen Zitaten um uns und sinnieren über die Zukunft. Nichts auf der Welt, kann uns in diesem Moment trennen. Während du mir von deinen Problemen erzählst, versuche ich sie zu lösen und irgendwann, schläfst du in meinen Armen ein. Zumindest war es immer so, so hätte es auch diesmal sein sollen, wie damals. Aber du hast dich entschieden, mich allein zu lassen. Dich nicht mehr auf die Fensterbank zu setzen, rauchst du überhaupt noch? Wann hast du mir das letzte Mal die Chance gegeben, dir zuzuhören, wann haben wir aufgehört beste Freundinnen zu sein. Manchmal, wenn ich deinen Status lese, wünsche ich mir, dass ich noch bescheid wüsste, wie damals. Dass ich nicht nur raten muss, ob deine Beziehung gerade den Bach runter geht oder ob du glücklich bist. In bin schon oft kurz davor gewesen, an deiner Station auszusteigen, anstatt bis zum Bahnhof durch zu fahren. Habe mir ausgemalt, wie es wäre, wenn ich plötzlich an deiner Tür klingeln würde. Ob du mir noch genauso in die Arme fallen, mich zur Begrüßung auf den Mund küssen würdest. Ich frage mich, ob wir jemals wieder beste Freundinnen sein könnten, wie damals.

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